Angst, den Job zu verlieren?

Angst, den Job zu verlieren?

Ein Gespenst geht durch Europa: die große Furcht vor dem Verlust des Jobs.
Die Furcht arbeitslos zu werden, frisst sich durch die Gesellschaft. Inzwischen hat laut aktuellen Umfrageergebnissen die Mehrheit der Bevölkerung große Zukunftsangst; sie ist stark verunsichert.
Kein Wunder: Seit ein / zwei Jahren  scheint es ein erhöhtes Aufkommen an Negativmeldungen unter der oft bemühten Headline „Krise“ in den Medien zu geben: Finanzkrise, Immobilienkrise, Wirtschaftskrise, Arbeitsmarktkrise – Unternehmen, Regionen, Märkte und Menschen: in der Krise! Man kann kaum noch eine Unterhaltung führen, eine Reportage sehen oder eine Zeitung lesen ohne ständig suggeriert zu bekommen, alles und jeder sei in der Dauerkrise. Morgens schon beim Radio hören, bei Gesprächen mit Bekannten und Kollegen, am Arbeitsplatz selbst natürlich, abends im TV oder beim Stammtisch. Überall wo man hinhört: Ganz Deutschland scheint in der Krise, und nicht nur das, selbst Europa, ja die gesamte Welt scheint krisengeschüttelt.
Diese – zum Teil begründete, noch öfter unbegründete Angst treibt seltsame Blüten: Gerade gut ausgebildete Menschen, viele Akademiker, schüttelt zur Zeit die Angst, treibt auch und gerade Intellektuelle in den Alkoholismus oder in Depressionen. Viele, vor allem Kulturschaffende, arbeiten aus Angst um Ihren Arbeitsplatz wie besessen – manchmal bis zum Burnout.
Die großen Fragen, die sich zwangsläufig stellen, lauten: Wie genau sieht die Angst aus? Ist diese Angst begründet? Und: Wie ist dieser Angst beizukommen?

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ (Chinesisches Sprichwort)

Sind diese Krisenmeldungen neu? Nein. Die Krise, DAS Modethema, gibt es nicht erst seit gestern.
Seit Jahrhunderten gibt es „Krisen“. In Form von Kriegen und Katastrophen traten diese weitaus grausamer auf als unsere nationalen ökonomischen Krisen, die sicher schlimm genug sind – keine Frage. Heute aber werden wir permanent mit Informationen „bombardiert“. Kaum ein Schritt vor die Tür oder ein Blick ins Internet oder Magazin, auf den Fernseher ohne ein Feature zum Thema „Krise“. Die ersten Kulturanthropologen und Medienwissenschaftler bestreiten Untersuchungen zum Thema „Krise ist medial angesagt“.
Mit dem erhöhten medialen Aufkommen nun, mit den meisten Handys, Laptops, PDA, etc. ist sekundenschnelles informieren übers Internet – jederzeit von überall – mittlerweile ein Kinderspiel. Doch mit der rasanten technischen Entwicklung in den letzten Jahren, die dem „normalen User“ eine Vielzahl von medialen Möglichkeiten eröffnet, ist vielerorts nicht eine im gleichen Maße gewachsene Medienkompetenz vorhanden.