Das Dollar-Euro-Verhältnis

Das Dollar-Euro-Verhältnis

Das Dollar-Euro-Verhältnis

Was ist eigentlich das Problem, fragen sich viele, die in letzter Zeit etwas über die Schwierigkeiten einiger Firmen mitbekommen haben. Einfach gesagt, ist der EUR plötzlich ein Viertel weniger wert, verlieren die Firmen, z.B. Reiseanbieter, unter Umständen bares Geld. Und zwar mehr als ein paar Prozent, mit denen all jene rechnen müssen, die direkt oder indirekt vom EUR-Dollar-Kurs abhängig sind. Auch Privatanleger haben aufgrund der neuen Situation zum Teil Veränderungen bei den Geldanlageprodukten hinnehmen müssen, was sich zum Beispiel in höheren Startinvests, veränderten Rücknahmebedingungen oder einfach der Rendite widerspiegeln kann.

Stark – schwach …

Und auch andersherum kann es zu Komplikationen kommen: Warum ist ein zu starker Euro für Europäer auch nicht ohne Nachteile? Wie hängt das zusammen? Welche Vorteile birgt ein schwacher Dollar für die USA? Die US-Märkte leiden bei einem deutlich schwächeren Dollar unter dem Absehen ausländischer Investoren von Käufen, aufgrund der damit verbundenen Währungsverluste. Von 10% Gewinn, zum Beispiel mit einer Aktie, bleibt in der Heimatwährung dann nur noch 5% übrig. Schon das Aufkommen von Gerüchten kann zu Unsicherheiten und damit drastischen Änderungen im Anlegerverhalten führen.

Der Wechselkurs – warum ist er so bedeutsam?

„Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der globale Devisenmarkt. Der Wechselkurs ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, da er die internationale Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes maßgeblich beeinflusst. Für international agierende Unternehmen und Anleger entsteht durch die Wechselkursänderungen eine Wechselkursunsicherheit“, sagt Wikipedia. Aha. Unsicher ist nicht gut im Finanzwesen, das wissen wir …

Aber wie war das jetzt noch einmal?

Ist der Dollar schwach, müssen auch wir Europäer mit Änderungen rechnen, denn dann bekommen die Exporteure unter Umständen Schwierigkeiten. Fakt ist, es gibt einige Theorien, die gezielt die Abwertung der Währung als Instrument der Wettbewerbsfähigkeit einsetzen möchten. Wäre eine Euro-Abwertung ein adäquates Instrument, um die wirtschaftlichen Probleme im Euro-Raum zu lösen? „Sicherlich wird EZB-Präsident versuchen, den Euro möglichst niedrig zu halten. Das ist der einfachste Weg, die Probleme im Euro-Raum zu lösen. Löhne zu senken oder Sozialleistungen zu kürzen wäre viel schwieriger. Diese Strategie könnte sogar aufgehen, weil die Amerikaner gar nicht so auf den Außenwert bezogen denken. Der amerikanische Ansatz ist doch: our currency, your problem“, sagt Peter Bofinger.

Zweifache Belastung

Generell wird der Euro wird zweifach belastet. Die Stärke des Dollars, durch die stabile US-Konjunktur. Die Euro-Schwäche ist auch Produkt der aktuellen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB): „Mit ihren massiven Käufen von Euro-Anleihen hält die EZB das Renditeniveau des europäischen Rentenmarkts auf einem im internationalen Vergleich wenig attraktiven Niveau und den Euro so unter Druck. Weil institutionelle Investoren, die Euro-Anleihen an die EZB verkaufen, zumindest Teile der Erlöse außerhalb der Währungsunion investieren werden, erhöht sich der Abgabedruck beim Euro dabei noch“, sagt Stefano Angioni.