Der Reiche sagt: Arme selber schuld?

Der Reiche sagt: Arme selber schuld?

Arm, weil zu konsumfreudig?

Die Mehrheit der Menschen kann nicht mit Geld umgehen, zumindest kommt mir das immer wieder so vor, wenn ich mich in meinem beruflichen und privaten Umfeld umschaue. Es werden Kredite und Handyverträge unterschrieben, als gäbe es kein Morgen. Gleichzeitig wird gejammert und bestehende Schulden werden einfach ignoriert. Verdrängt. Nach ganz hinten ins Hinterstübchen im Kopf. Schade. Ich denke, ein Pflicht-Schulfach zum Erlernen, wie man mit Geld umgeht, wäre ein guter Ansatz.Und wie man mit Geld umgeht, wenn man wleches hat, wäre sicher auch ein spannendes Thema …

„Die Armen werden ärmer, die Reichen werden immer wohlhabender. Statt darüber zu jammern, sollten sich Mittel- und Unterschicht Finanzwissen aneignen, rät US-Autor und Selfmade-Millionär Robert Kiyosaki.“ (Wirtschaftswoche, Redakteur Tim Rahmann)
Der Autor geht mit den „Nicht-Reflektierenden“ recht hart ins Gericht. Jeder hat die Chance … Ist das so? Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit machen manches (scheinbar) unmöglich. Andererseits nutzen viele ihre Chancen nicht. Was machen also die Wohlhabenden klüger als alle anderen (außer Vermögen erben)?

Die These …

Sich erst dann etwas kaufen, wenn man das Geld dafür hat, und Vermögen wachsen zu lassen, d. h. auch kleine Summen klug anzulegen, das sind Dinge, mit denen sich viele gar nicht beschäftigen möchten. Abgesehen von jeglicher Überheblichkeit – seine Regeln scheinen vernünftig: als erstes den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kennenlernen. Vermögenswerte bringen einem Geld ein, Verbindlichkeiten ziehen es einem aus der Tasche. Soweit so klar.

Der Autor erklärt: „Statt in Aktien, Anleihen oder Immobilien zu investieren, würde die breite Masse lieber ein neues iPhone kaufen oder einen Neuwagen, der mit dem ersten gefahrenen Kilometer schon einen Großteil seines Werts verliert.“ (Wirtschaftswoche, Redakteur Tim Rahmann)

Auch der nun allseits beschworene Immobilienkauf ist kein Garant für Wohlstand. Kiyosaki nach ist ein Haus per definitionem kein Vermögenswert, sondern eine Verbindlichkeit. Er gibt zu bedenken, dass sich junge Leute durch einen Hauskauf früh eigene Möglichkeiten beschneiden, indem sie sich festlegen. Empfehlung. Lieber das Geld für sich arbeiten lassen.

Fakt ist: Die Kluft wird größer – immer mehr Deutsche rutschen in die Privatinsolvenz, viele weitere mehr als noch im letzten Jahr – warum? Machen wir es den US-Amerikanern nun nach? Mein Haus, mein Auto, mein Boot … meine Kredite? Übernehmen wir uns angesichts den Verführungen und „Forderungen“ der Konsumgesellschaft?

Und wie lautet der Geheimtipp – der Reiche verrät ihn nicht …?

Klingt erst einmal gut; leider hat er auch keine konkreten Anlagetipps auf Lager. Also muss man sich wieder einmal selbst auf die Spur machen und nach Lösungen suchen.

„Lernen Sie mit Risiken umzugehen, statt sie zu vermeiden“, rät Kiyosaki. (Wirtschaftswoche, Redakteur Tim Rahmann)

Ok, also sich etwas trauen, sich belesen und dann … hoffen? Sparen, verzichten? Nein, aber, das man hat klug anlegen und überlegen,w as man wirklich braucht oder will – das siebte Paar Schuhe oder lieber einen arbeitsfreien Monat? Eine Aktie zum Ausprobieren oder doch lieber den neuen Couchtisch?

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