Jeder fünfte Deutsche von Armut bedroht – und die Reichen werder immer reicher …?

Jeder fünfte Deutsche von Armut bedroht – und die Reichen werder immer reicher …?

… ist es so leicht? Kann man das so auf einige wenige provokante Sätze herunterbrechen? Ist es so einfach: schwarz / weiß? Ja und nein. Grau, wohin man blickt. Denn das Thema ist komplex, die Ungerechtigkeiten aber sind evident. Die Headlines seriöser Nachrichtenagenturen machen mich stutzig. Vor allem, wenn es „schwarz auf weiß“ – und noch gar nebeneinander steht. Ich verstehe es nicht und bin – gelinde gesagt – erschrocken, glaubte ich doch all die Jahre an die soziale Marktwirtschaft. (Ja, auch an das Leistungsprinzip, wer sich anstrengt, verdient sich was.) Nur leider scheint inzwischen das Soziale daran doch immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Oder wie funktioniert das? Wirtschaft? Soziales? Globales? Die mehr als fragwürdigen Möglichkeiten der – ich rede nicht von Wohlhabenden, sondern von Reichen – noch mehr Geld zu erhalten, wie in den kürzlich viel zitierten Paradise Papers beschrieben, die ein weltweites Investigativteam im mühseliger Kleinstarbeit analysiert hat, machen mich wütend, mich als Steuerzahler, Bürger und Mensch. Es fühlt sich einfach falsch an, was dort passiert. Doch ich bevorzuge in der Regel Rationalismus, also Gefühle vom Tisch – wo beginnt Ungerechtigeit? Grau ist keine Farbe? Fakt ist: Das Leben besteht aus vielen Grauzonen, sei es im privaten oder geschäftlichen Bereich. Aber: Wo beginnt (nicht zu tolerierende) Ungerechtigeit? Das ist sicher eine geradezu philosophische Frage – aber da wo es an vielen Ecken fehlt, und zwar am Nötigsten, auch in Schulen, Pflegheimen und Kitas, ist es doch ein Unding, wie (schamlos) sich einige bereichern können, auf dem Rücken der Allgemeinheit ausgetragen. Oder bin einfach nur aufgebracht? Ich muss fetstellen, ich kann das Thema (im Moment) nicht...
Der Reiche sagt: Arme selber schuld?

Der Reiche sagt: Arme selber schuld?

Arm, weil zu konsumfreudig? Die Mehrheit der Menschen kann nicht mit Geld umgehen, zumindest kommt mir das immer wieder so vor, wenn ich mich in meinem beruflichen und privaten Umfeld umschaue. Es werden Kredite und Handyverträge unterschrieben, als gäbe es kein Morgen. Gleichzeitig wird gejammert und bestehende Schulden werden einfach ignoriert. Verdrängt. Nach ganz hinten ins Hinterstübchen im Kopf. Schade. Ich denke, ein Pflicht-Schulfach zum Erlernen, wie man mit Geld umgeht, wäre ein guter Ansatz.Und wie man mit Geld umgeht, wenn man wleches hat, wäre sicher auch ein spannendes Thema … „Die Armen werden ärmer, die Reichen werden immer wohlhabender. Statt darüber zu jammern, sollten sich Mittel- und Unterschicht Finanzwissen aneignen, rät US-Autor und Selfmade-Millionär Robert Kiyosaki.“ (Wirtschaftswoche, Redakteur Tim Rahmann) Der Autor geht mit den „Nicht-Reflektierenden“ recht hart ins Gericht. Jeder hat die Chance … Ist das so? Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Krankheit machen manches (scheinbar) unmöglich. Andererseits nutzen viele ihre Chancen nicht. Was machen also die Wohlhabenden klüger als alle anderen (außer Vermögen erben)? Die These … Sich erst dann etwas kaufen, wenn man das Geld dafür hat, und Vermögen wachsen zu lassen, d. h. auch kleine Summen klug anzulegen, das sind Dinge, mit denen sich viele gar nicht beschäftigen möchten. Abgesehen von jeglicher Überheblichkeit – seine Regeln scheinen vernünftig: als erstes den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kennenlernen. Vermögenswerte bringen einem Geld ein, Verbindlichkeiten ziehen es einem aus der Tasche. Soweit so klar. Der Autor erklärt: „Statt in Aktien, Anleihen oder Immobilien zu investieren, würde die breite Masse lieber ein neues iPhone kaufen oder einen Neuwagen, der mit dem ersten gefahrenen Kilometer schon einen Großteil seines Werts...