Ungleiche Bezahlung – Geschlechterdifferenzen

Ungleiche Bezahlung – Geschlechterdifferenzen

Ungleiche Bezahlung – Geschlechterdifferenzen? Alles Schnee von gestern? Leider nicht.

Angeblich ist Lohnlücke zwischen Männern und Frauen erklärbar; ist sie deshalb wenige rungerecht?
Das Institut für Wirtschaft (IW) in Köln meint, gesamtwirtschaftlich liege der Unterschied nur bei 3,8 Prozent. Und das ist ja wohl kaum der Rede wert, oder? Aber: Wie kann das sein?

Ist Gesetz für Entgeltgleichheit somit überflüssig? Mitnichten.

Frauen in Deutschland verdienen im Durchschnitt rund ein Fünftel weniger als Männer (einer der schlechtesten Werte in Europa). Jedoch kommen bei genauerem Hinsehen, die Unterschiede beim Gehalt aufgrund von individuellen Entscheidungen zustande … Wie ist das zu verstehen?

Es seien rein private Entscheidungen ausschlaggebend

Frauen arbeiten oft Teilzeit. Vor allem, weil es die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kaum gewährleistet ist. Zudem verrichten Frauen einen Großteil der haus- und Fürsorgearbeit. Festgefahrene Rollenbilder festigen  sich oft wieder, wenn Nachwuchs da ist. Sind das alles individuelle Entscheidungen? Also weit entfern von Diskriminierung?
Frauen arbeiten oft in den Branchen, in denen schlechter bezahlt wird. Und in kleineren Betrieben. Also kaum in Führungspositionen. Hm – alles freiwillig? Leider werden strukturelle Ungleichheiten nicht berücksichtigt. Auch unterschiedliches Verhalten in Gehaltsverhandlungen und eine andere Prioritätensetzung seien maßgeblich.
Kein Lohngerechtigkeitsgesetz?

Hart arbeitenden, oft unterbezahlten Frauen in Deutschland gegenüber klingt das – fast zynisch. Der Equal Pay Day erinnert daran, dass die tatsächliche Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen noch viel größer ist – bis zu 43,5 Prozent sogar.
Schade, dass dies immer noch nötig ist.